Die Vielfalt ist so beeindruckend

Die Schriesheimer Winzergenossenschaft hat bei der Badischen Weinprämierung auch in diesem Jahr den Ehrenpreis für den Bereich Badische Bergstraße zugesprochen bekommen – zum 14. Mal

Die Schriesheimer Winzergenossenschaft ist im Bereich Badische Bergstraße eine Klasse für sich. Zum sage und schreibe 14. Mal (in 15 Jahren) haben die Winzer unter der Strahlenburg am Donnerstag (8. November) bei der Badischen Gebietsweinprämierung in Offenburg den Ehrenpreis für den Bereich Badische Bergstraße zugesprochen bekommen – sie stehen in Badens Norden also wieder einmal ganz oben. Genossenschafts-Geschäftsführer Harald Weiss, der den Preis entgegennahm, wertete die erneute Auszeichnung als „Belohnung für Kontinuität und die ständige Qualitätsentwicklung unserer Winzer“. Denn die Grundlagen für guten Wein, so Weiss, „werden im Weinberg gelegt“.

Die Winzergenossenschaft, die ihren Sitz im historischen Ambiente mitten in der Schriesheimer Altstadt hat, verdient sich den neuerlichen Ehrenpreis mit einem Füllhorn an Goldmedaillen: 22 Weine bekommen die blinkende Medaille um den Hals, desweiteren gibt es sechs Silbermedaillen, außerdem zweimal Gold für besonders leicht-fruchtige Frühlings-/Sommerweine und zwei weitere „Goldene“ für Sekte.

Das zeigt, wie groß die Vielfalt der prämierten Produkte aus der Weinstadt ist. Die höchste Auszeichnung hat sich sowohl ein 2017er-Rivaner verdient, der leicht und fruchtig einfach nur gute Laune verströmt – und im Weinladen gegenüber des Zehntkellers für vier Euro mitzunehmen ist. Andererseits wurden auch die „Schwergewichte“ der Genossenschaft wieder mit Gold behängt: Der 2015er Spätburgunder aus dem Barrique-Fass mit seiner harmonisch milden Säure und den dezent eingebundenen Röstaromen (10.60 Euro). Und natürlich die konzentrierte Spätburgunder Rotwein-Selektion, der an Sauerkirschlikör und Vanille erinnert, opulent wie eine Schwarzwälder Kirschtorte (14.90 Euro). Das sind die „Granaten“ im Regal. Mit Gold behängt wurden Vertreter aller Rebsorten im Sortiment, auch Dornfelder, St. Laurent, Silvaner und Spätburgunder Rosé – Schriesheims süffiger Klassiker. „Wir machen alle Weine so gut, wie es geht, egal, was sie später kosten“, erklärt Weiss, „der Kunde hat ein Recht auf die beste Qualität, ob er einen großen oder kleinen Geldbeutel hat“.

Mit dem Ehrenpreis befindet sich die Winzergenossenschaft auch dieses Jahr wieder in guter Gesellschaft solcher „Hochkaräter“ wie dem Winzerverein Hagnau (Bereich Bodensee), der Winzergenossenschaft Glottertal (Breisgau) oder der Winzergenossenschaft Oberbergen am Kaiserstuhl. Bei der Weinprobe zur Prämierung in der Oberrhein-Halle der Messe Offenburg/Ortenau, der „Meisterfeier“, wird neben anderen prämierten Tropfen aus der Wein-Bundesliga Badens der 2015er Schriesheimer Rittersberg Spätburgunder Rotwein „Selektion“ aus dem Barrique-Fass kredenzt. „Wir können mit den Besten mithalten“, freut sich Schriesheims Genossenschafts-Geschäftsführer Harald Weiss. Ein weiterer Top-Rotwein, die Barrique-Spätlese aus der Exklusiv-Serie, die selbstverständlich auch mit Gold dekoriert wurde und nach dunklen Beeren und zartbitterer Schokolade duftet, wurde neulich auch bei der Weinprämierung der Fachzeitschrift „Selection“ mit vier Sternen bewertet. Genauso wie der 2015er Chardonnay. Man blickt in der Weinwelt halt auch von außerhalb Badens nach Schriesheim an der Bergstraße.

Überhaupt ist die Winzergenossenschaft auch zu Zeiten ihres 14. Titels in der Metropolregion Rhein-Neckar ein Aushängeschild des Badischen Weins: Auch beim kulinarischen Kult-Varieté „Palazzo“ stehen Schriesheimer Weine auf der Karte. Auch der Badische Winzerkeller, der Ort, an dem Schriesheimer Trauben zum Wein werden, spielt in der gleichen Liga. Der Keller gewinnt dieses Jahr den Ehrenpreis der großen Genossenschaften (300 Hektar und mehr) – und damit werden auch die beiden bewährten Kellermeister Ottmar Ruf und Jörg Wiedemann ausgezeichnet; sie sind auch die Gestalter der Schriesheimer Weine.

Und die Motivation der Schriesheimer Winzer ist nach diesem Top-Jahrgang 2018, der gerade in den Fässern gärt und reift, ohnehin groß. „Es ist ein traumhafter Jahrgang“, beschreibt Harald Weiss, „perfekt gesund, mit toller Reife und sagenhaften Aromen“. Das sind gute Aussichten für die vielen Fans des Schriesheimer Weins. Da steht einem 15. Ehrenpreis ja nichts mehr im Wege . . .

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